Patrick Del Fatti

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Pat Del Fatti

Es klingt gut, wenn man schon früh (idealerweise) vom Großvater zum Fischen mitgenommen wurde - war aber leider nicht so. Zwar habe ich schon als Kind mit Zapfen und Wurm auf Egli oder Schwalen gefischt (letztere häufig, ohne Gegenliebe meiner Eltern), bald jedoch verdrängt von Musik, Mädchen, Studium, Familie, Beruf. Das Angeln hatte keinen Platz mehr, und mir ist bis heute schleierhaft, wie man alles unter einen Hut bringt.
Mitte dreissig habe ich das Angeln wiederentdeckt - was sich sehr schnell zu einer grossen Leidenschaft entwickelte. Während Ferien in England wollte ich mit Zapfen und Wurm auf Forellen fischen (nicht unüblich in der Schweiz), worauf mir höflich, aber bestimmt gesagt wurde, dass diese Methode unsportlich sei. Mein mittlerweile enger Freund Warren Crawford führte mich darauf ins "richtige" Fliegenfischen ein - an einem milden Sommerabend mit willigen Forellen. Seither habe ich nicht mehr zurückgeschaut, von da an hiess es "Fly only".

Ab 2002 lebte ich in England, wo ich anfing, Fliegen selber zu binden. Das erklärt, warum meine "Bindesprache" britisch ist. Das Binden habe ich mir selber beigebracht - vorwiegend mit Hilfe der Zeitschrift Fly Fishing & Fly Tying. Gleich in den ersten Monaten habe ich bei deren Fly-Tying League teilgenommen und zu meinem Erstaunen eine recht gute Platzierung erreicht. 2007, nach nur fünf Jahren am Bindestock, schaffte ich schließlich den ersten Rang in der Kategorie Masters des selben Wettbewerbs.
Fliegenfischen und -binden hat für mich etwas Meditatives, Philosophisches. In einer langen Tradition lebt der Geist der alten Meister weiter. Selbstverständlich finden sich Parachute Adams, F-Fly oder beschwerte Nymphen in meiner Fliegendose, aber es bereitet mir ein besonderes Vergnügen, mit überlieferten Mustern wie Lunn's Particular oder Rough Olive eine Forelle zu überlisten. Die richtige Fliege mit der Hechel in einem ganz bestimmten Farbton und dieser kaum zu beschreibenden Brillanz gibt mir Selbstvertrauen - der X-Faktor des Fliegenfischens.
An der Erlebniswelt Fliegenfischen nehme ich zum ersten Mal teil. Gezeigt werden traditionelle Nassfliegen und moderne halb-realistische Aufsteiger und Trockenfliegen, welche die grossen Maifliegen imitieren sollen - also Ephemera Danica und E. Vulgata.

Patrick Del Fatti, Jahrgang 1962, aufgewachsen und mittlerweile wieder wohnhaft in der Schweiz, war ursprünglich Architekt und arbeitet heute als Event-Manager und Kulturvermittler. Er vermisst die sanften Wiesen- und Kreideflüsse Südenglands und versucht, so oft wie möglich dorthin zurückzukehren.

Zapfen    =  Schweizer Ausdruck für Schwimmer
Egli    =  Flussbarsch
Schwale    =  Rotaugen