Gerhard Laible
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Das Interesse zum Fischen begann sehr früh, obwohl in meiner Familie kein Fischerherz schlug. Ich war so etwa 7 Jahre alt, als ich meine Nase jeden Sonntagmorgen an der Fensterscheibe platt gedrückt habe. Mein Nachbar, gleichen Alters, ist jeden Sonntag in der Früh mit seinem Vater zum Fischen an den Altrhein gefahren. Wir waren viele Jungs in der Nachbarschaft und so schaffte ich es, immerhin zweimal im Jahr einen „Mitnehmerplatz“ zu ergattern. Die Rückkehr der Fischer habe ich nie verpasst. Ich wollte immer wissen, wie viele Fische und mit was diese gefangen wurden. Wenn ich jetzt innehalte, kommen die gleichen Gefühle wie damals wieder hoch und ich weiß heute: Das war der Beginn meines Fischerlebens! |
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Ja, dann kamen die Jahre, in denen man seine Angelsachen in der Hosentasche verstecken konnte, um sich schnell vom Acker zu machen, wenn Gefahr drohte. Die Fischaufseher waren ja auch nicht dumm und so hatte ich das eine oder andere Mal eine schwarze Nase. Das war das Zeichen eines jugendlichen Schwarzfischers. Mit 16 Jahren legte ich meine Fischerprüfung ab; es war die erste Prüfung im Kreis. Diese hatte ich ohne Fehler bestanden. Muss aber gestehen, dass die innen liegenden Seiten im Fragebogen bei der Korrektur vergessen wurden. |
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Den ersten Kontakt zum Fliegenfischen hatte ich mit 28 Jahren. Es war mehr Zufall als ein gezieltes „Draufzugehen“. Mein damaliger Fischerfreund arbeitete in einem Zoo- und Angelgeschäft. Er hatte sich ein Jahr zuvor eine Fliegenfischerausrüstung zugelegt. Nach einem Jahr hatte er sich seiner Meinung nach eine bessere Ausrüstung erworben und wollte seine alten Sachen an den Mann bringen, in diesem Fall an mich. „Was soll ich damit“, war mein Ausspruch. „Fliegenfischen“, kam es ihm spontan von den Lippen. Für 130 DM eine Kohlefaserrute, Rolle, Schnur und ein paar Fliegen - das konnte mein Geldbeutel gerade noch verkraften. Am darauf folgendem Wochenende gab er mir eine kurze Einleitung wie folgt: „Da drüben, ca. 12-15m entfernt, steigen die Fische und die Fliege sollte sanft vor den Fischen aufsetzen. Die Fliegenschnur muss erst nach hinten dann nach vorne, solange bis du die entsprechend Länge hast, danach etwas abstoppen und die Fliege ist bei den Fischen. Viel Erfolg!“ Und er ging von dannen um zu Fischen. Da stand ich mit meinem ersten (und letzen) Wurfkurs. Es waren genau fünf Minuten, die dann mein Fischerleben grundlegend verändert haben. Nach zwei Jahren fischte ich nur noch mit der Fliege. Die ersten Jahre ausschließlich mit der Trockenfliege, dann kamen auch Nymphe und Streamer hinzu. So bin ich heute breitbandig und habe die Möglichkeit, auf alle Fischarten mit der Fliege zu fischen. |
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Ja, das hatte ich auch meinem damaligen Fischerfreund zu verdanken. Nach meinem ersten Fliegenfischerjahr, es war im Frühjahr, besuchte mich mein Freund, den linken Arm in Gips und in der rechten Hand einen Werkzugkoffer. Freundschaftshilfe, so dachte ich, war angesagt. Als er den Koffer aufklappte war kein handwerkliches Werkzeug darin, sondern Federn, Fäden, Haken usw. sowie Bindewerkzeug und ein Bindestock. Meine Frage war ähnlich naiv wie vor einem Jahr bei der Rute und Rolle. „Was soll ich damit?“ Genauso kurz war seine Antwort: „Fliegenbinden.“ „Da gibt es noch ein Buch mit Anleitungen“, sagte er trocken. Zwanzig Fliegenmuster reichen aus, von Kretschmer und Rubel, hieß der Titel. Wie ich später herausfand, war Rudi Rubel im gleichen Ort geboren und aufgewachsen wie ich. Das stellte sich bei einem Treffen in Waischenfeld von der Zeitschrift „Der Fliegenfischer“ heraus. Er hat mich an einer Redewendung erkannt, die es nur in „unserem“ Dorf gab. So klein ist die Welt! Das Bindebuch legte ich bald zur Seite und entwickelte meine eigenen Bindetechniken, die ich auch in der Zeitschrift „Der Fliegenfischer“ veröffentlichen konnte. Alle Bindeberichte sind noch heute, obwohl es den „Der Fliegenfischer“ nur noch im Internet gibt, im Verlag Jochen Schück zu haben. Ein Buch ’CDC Fliegen’ kam von mir Anfang der 90er Jahre auf den Markt. (Ist leider seit längerer Zeit vergriffen.) Eines möchte ich noch hinzufügen. So viele positive Begegnungen, die ich mit der Fliegenfischerei erleben und genießen durfte, geben mir immer wieder Ansporn, mich weiter für die Sache einzusetzen. In den letzen Jahren geht es mir immer mehr darum: Die Durchgängigkeit der Flüsse und den Erhalt des Biotops in den Vordergrund zu stellen. Auch die nachfolgende Generation soll viel Freude an der Fliegenfischerei haben. |
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